Osburger „Kapellchen“

Die der Ortsgemeinde gehörende Kapelle, im Sprachgebrauch liebevoll „Kapellchen“ genannt, wird seit vielen Jahren von Renate Schmitt und ihrer Familie, davor über Jahrzehnte von den Geschwistern Rosa und Anna Höllen (Obergasse) betreut und gepflegt, Woche für Woche mit frischen Blumen geschmückt und mit Kerzen zum Aufstellen bestückt. Viele Osburger verbinden mit ihrem Sonntags-Spaziergang einen Besuch im „Kapellchen“, um dort vor dem Bildnis der schmerzhaften Gottesmutter zu beten und eine Kerze anzuzünden.

Die heutige Kapelle wurde 1969 unter Ortsbürgermeister Paul Mergens und Pastor Peter Jaeckel errichtet, da die alte Kapelle baufällig geworden war. Geschichtlich wird die Kapelle erstmals im Jahr 1884 erwähnt, als Pfarrer Kiesgen das Bischöfliche Generalvikariat um Erlaubnis bat, die alten Kreuzwegstationen aus der Pfarrkirche in die Kapelle überführen zu dürfen, nachdem „ein Fräulein von Dagstuhl“ einen neuen Kreuzweg für die Osburger Kirche gemalt und der Pfarrgemeinde geschenkt hatte.

Tatsächlich dürfte an der heutigen, Richtung Riveristalsperre gelegenen Stelle aber schon wesentlich früher eine Kapelle bzw. ein Bildstock gestanden haben. Der Überlieferung nach sprach man früher von dem „Bonerather Bildchen“, weil der Standort auf dem Weg nach Bonerath lag. Weshalb dort eine Kapelle oder ein Bildstock aufgestellt worden war, ist nicht belegt. Ob aufgrund einem Gelübde nach einem gut ausgegangenen Unglück mit einem Pferdefuhrwerk oder ob es eine „Eigenkirche“ für eine Siedlung am Timmelterberg war, lässt sich nicht mehr mit Sicherheit sagen.

Text: Albert Bonert

Fotos: Silvia Klemens, Albert Bonert